Aus der Chronik
1891
Bischof Klein überträgt dem Leiter des damaligen Diözesanknabenheims, Prälat Matthäus Müller, die Aufgabe, ein Heim für geistig behinderte Kinder zu gründen. Die neue Anstalt erhält zunächst die Bezeichnung „Diözesan-Idiotenanstalt zum Hl. Josef in Marienhausen bei Assmannshausen a. Rh.“ Am 3. Juni 1893 wird hier das erste Kind aufgenommen.
1902
Am 1.8.1902 wird die bisher gemeinsame Leitung der beiden Heime Marienhausen und St. Vincenzstift getrennt, und Pfarrer Faxel zum ersten Direktor des St. Vincenzstiftes ernannt.
1907
Am 8. Juli 1907 erhält das St. Vincenzstift die „Staatliche Anerkennung als Stiftung des öffentlichen Rechtes“.
1924
Prälat Matthäus Müller wird von der Leitung des Nachbarheimes Marienhausen entbunden und diese den Salesianer-Patres vom Hl. Don Bosco übertragen. Durch diesen Wechsel erlangt das St. Vincenzstift die vollkommene Selbständigkeit.
1933
Die sogenannten „Sterilisationsgesetze" legen der Hausleitung die Verpflichtung auf, alle „fortpflanzungsfähigen Erbkranken“ bei Entlassungen und Urlaub zu melden. Außerdem erklären die damaligen Behörden das Heim zu einer geschlossenen Anstalt und verordneen eine totale Umzäunung.
1937/38
Durch zwangsweise Verlegungen von Kindern und Jugendlichen soll das St. Vincenzstift existenzunfähig gemacht werden. Im Mai 1937 erfolgen mehrmals Verlegungen von Heimbewohnern. Im Januar 1938 durchsucht die Gestapo alle Räume der Heimleitung.
Danach holt sie alle Kinder, die durch die Wohlfahrtsämter eingewiesen waren, ohne vorherige Anmeldung in andere Häuser ab. Der damalige Direktor, Johannnes Klarmann, der seit November 1934 im St. Vincenzstift tätig war, widersetzte sich der Verlegung der Kinder ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten, so dass die Verlegung der Kinder mit Polizeigewalt erfolgte. Direktor Klarmann wurder am 10. Februar 1938 verhaftet und blieb 21 Monate in Haft. Ende 1938 mussten alle Ordensschwestern und Angestellten die Einrichtung verlassen, die wenigen Kinder, die im Heim verblieben waren, wurden in andere Heime verlegt. Das Stift wurde beschlagnahmt und diente ab Januar 1939 als Kindererholungsheim des „Vereins für Volkspflege".
1945
Im August 1945 wird das St. Vincenzstift dem rechtmäßigen Eigentümer wieder zurückgegeben. Im Juni 1946 werden die ersten behinderten Kinder wieder aufgenommen.
1957
Die großen Gruppen werden verkleinert und dem ganzen Gebäude durch einen neuen Anstrich ein freundliches Aussehen gegeben. Für die nicht mehr schulisch Bildbaren entsteht eine „Beschützende Werkstatt".
1968
Im Jubiläumsjahr 1968 - 75 Jahre St. Vincenzstift Aulhausen - wird mit dem Neubau von zwei Wohngruppenhäusern mit je 40 Plätzen zur Auflockerung und Verkleinerung der teilweise noch zu großen Gruppen begonnen.
1970
In den folgenden Jahren vollzieht sich der Wandel vom „Heim für geistig Behinderte“ zum „Sonderpädagogischen Zentrum St. Vincenzstift Aulhausen“. Grundlegende Sanierungs- und Renovierungsarbeiten gehen mit einer erneuten Verkleinerung der Wohneinheiten zusammen. Der zu dieser Zeit einsetzende Wandel sozialer Wirklichkeiten, neue Erkenntnisse, größere finanzielle, rechtliche, bauliche und methodische Möglichkeiten bewirken in den nachfolgenden Jahren eine große Anzahl Veränderungen und Verbesserungen in den Angeboten des St. Vincenzstiftes.
1975
Im Herbst wird die Schule für Praktisch Bildbare ihrer Bestimmung übergeben. Die bis dahin in vielen dezentralen Räumen verteilten Schulklassen können jetzt in ein modern ausgestattetes Schulgebäude umziehen.
1979
Erste Prüfung der Kursteilnehmer der „Fachschule für Heilerziehungspflege“. Nach langen Verhandlungen war die Anerkennung als erste „Staatlich anerkannte Ergänzungsschule für Heilerziehungspflege“ bewilligt worden.
1980
Besuch von Frau Dr. Veronika Carstens, der Gattin von Bundespräsident Carl Carstens, anlässlich seines Antrittsbesuches als Bundespräsident in Hessen.
1989
Die Bemühungen zur Anerkennung einer „Werkstatt für behindert Menschen“ nehmen konkrete Formen an. Jugendliche und Erwachsene, die bisher in den verschiedenen „Regiebetrieben“ beschäftigt waren, sind nun der „Werkstatt für Behinderte“ (WfB) zugeordnet.
1991
übernimmt das St. Vincenzstift Aulhausen - als Stiftung - die „Betreiberschaft“ des
seit 1889, in unmittelbarer Nachbarschaft, bestehenden Jugendheimes Marienhausen.
1994
Eröffnung des neuen Werkstattgebäudes der „Rheingau Werkstätten Rüdesheim“ in der Hugo-Asbach-Straße in Rüdesheim am Rhein.
2003
25 Jahre nach der Anerkennung als „Staatlich anerkannte Ergänzungsschule“ wird die Fachschule für Heilerziehungspflege durch die Verabschiedung einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung „Staatlich anerkannte Ersatzschule“. Die Studierenden erwerben nach dem Abschluss den Titel: „Staatlich anerkannte Heilerziehungspfleger.“
2005
Fertigstellung eines neuen Wohngruppenhauses für 12 erwachsene BewohnerInnen und Namensgebung als „Rudolf Müller Haus.“
2006
31. Mai - Verabschiedung von DDr. Franz Kaspar nach 36jähriger Tätigkeit als Direktor des St. Vincenzstiftes Aulhausen.
1. Juni: Neuer Direktor wird der Theologe und Biologe DDr. Caspar Söling
Oktober: Das Familien Service Zentrum in Rüdesheim am Rhein wird eröffnet und bietet mit dem Familienentlastenden Dienst und dem Betreuten Wohnen eine zentrale Anlaufstelle im Bereich ambulante Dienste.
2007
Der in den Ruhestand getretene Bischof von Limburg, Dr. Franz Kamphaus, wählt als seine neue Aufgabe die Seelsorge im St. Vincenzstift Aulhausen. Im Sommer 2007 bezieht er seine Wohnung im ehemaligen „Gründungshaus“ des St. Vincenzstiftes Aulhausen.
2009
Am 1. Januar übernimmt das St. Vincenzstift Aulhausen vom Diözesan-Caritasverband Limburg die Trägerschaft für das Alfred-Delp-Haus in Oberursel.
2010
1. Juni:
Das St. Vincenzstift Aulhausen wird Mitglied der in Köln ansässigen Josefs-Gesellschaft.
Kontakt:
St. Vincenzstift Aulhausen
Sonderpädagogisches Zentrum
E-Mail senden
Vincenzstr. 60
65385 Rüdesheim am Rhein
Tel.: 06722 / 901-0
