Sankt Vincenzstift, Rüdesheim am Rhein

„Das Haus ist schön und wir treffen neue Leute“

- Wohnhaus für Erwachsene des St. Vincenzstiftes in Lorch offiziell eröffnet

- Haus Martin trägt den Namen der katholischen Kirchengemeinde

 

Aulhausen/Lorch, den 10. November 2018.- „Das Haus ist sehr schön und ich habe ein Einzelzimmer, außerdem sind die Spaziergänge toll", berichtet Peter stolz, einer der 24 Bewohner von Haus Martin, die im Frühjahr in das neu errichtete Erwachsenenwohnhaus nach Lorch gezogen sind. „Ich finde toll, dass Regina hier ist und meine Puppe Manuela mitkommen konnte", ergänzt Petra. „Das Haus ist schön und wir treffen neue Leute." Die erwähnte Regina wohnt ebenfalls gerne in Lorch: „Ich mag die Räume und mein Schlafzimmer, auch die Kirche von Lorch gefällt mir. Und ich kann zu Fuß einkaufen gehen." Auch Ellen mag die Gegend, und dass sie jetzt helfen kann, bei der Wäsche und beim Müll raustragen. Michael freut sich: „Hier fahren so viele toll Autos vorbei", und Rana mag ihr Zimmer. „Da werde ich nicht geärgert."

 

Alle 24 Bewohner von Haus Martin wohnen in Einzelzimmern und wissen das sehr zu schätzen. Wie auch ihr eigenes Bad, die Lage, die umliegende Natur und die Möglichkeiten, die Lorch ihnen bietet. Deshalb stellten sie bei der offiziellen Eröffnung (am heutigen Samstag, dem 10. November) ein selbst gestaltetes Plakat vor, mit Bildern und Erinnerungen an ihre Erlebnisse seit dem Einzug. So konnten die Gäste die aufregenden ersten Wochen nachvollziehen, am Urlaub teilhaben und den Alltag in der Gestaltung des Tages kennen lernen. „Wir wurden sehr gut aufgenommen in Lorch", bestätigt Daniela Korn, die Leiterin des Hauses. „Die Menschen begegnen uns sehr freundlich, wenn wir spazieren oder einkaufen gehen. Auch Gäste waren schon bei uns, der Bürgermeister war zum Kaffee da, auch die Kinder der benachbarten Grundschule haben uns schon besucht. Fester Termin ist auch die Teilnahme am Gottesdienst, für die Bewohner, die das wünschen."

 

 

„Auch mit unserem neuen und dritten dezentralen Wohnhaus für Erwachsene ist uns innerhalb kürzester Zeit das gelungen, was wir uns mit unserem Zukunftsprojekt ‚mit ins Leben gehen‘ vorgenommen hatten", so Dr. Caspar Söling, der Sprecher der Geschäftsführung des Sankt Vincenzstiftes. „Und zwar, Menschen mit Beeinträchtigung zu ermöglichen, wirklich innerhalb der Gesellschaft zu leben." Dafür würde es jedoch nicht ausreichen, ein Haus in ein Wohngebiet zu bauen. „Inklusion muss gelebt werden, sich entwickeln. Und das gelingt hier in Lorch schon nach ein paar Monaten ganz hervorragend – mit der Kirchengemeinde, den Nachbarn, den Geschäften."
 

 

„Das neue Wohnhaus in Lorch hat seinen Platz im sozialen Gefüge unserer Stadt eingenommen, es wurde mit Leben bereichert und zum integralen Bestandteil unserer Stadt", bestätigte auch Bürgermeister Jürgen Helbing, dass die Bewohner willkommen und angekommen seien. „Auch uns war es wichtig, dass Vorbehalte und Bedenken, die ansatzweise in der Bevölkerung vorhanden waren, im Laufe des Bauleitverfahrens und durch Information und Transparenz bei der Umsetzung ausgeräumt werden konnten. Ich wünsche uns allen, dass die heutige akademische Einweihung des Hauses Martin das soziale Gefüge in unserer Stadt sowohl prägt als auch bereichert und den Inklusionsgedanken weiter trägt in unserer ‚Einen Welt‘. Als Bürgermeister bewerte ich das Haus als einen Meilenstein auf dem Weg zur Inklusion im Rheingau, dem Zusammenleben von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung in der Region."


Dr. Caspar Söling dankte anschließend vor allem den Mitarbeitern von Haus Martin für die Unterstützung der Bewohner: „Was Sie in den vergangenen Monaten geleistet haben, ist hervorragend. Sie haben nicht nur den Umzug mitgemacht und sich selbst an ein neues Arbeitsumfeld und neue Abläufe gewöhnen müssen. Ihre vorrangige Aufgabe sahen Sie darin, den Bewohnerinnen und Bewohnern die Eingewöhnung zu erleichtern – und das ist Ihnen bestens gelungen." Sein Dank gelte aber auch den vielen Unterstützern aus dem Sankt Vincenzstift, die durch ihr Engagement an Haus Martin mitgewirkt hätten. Sowie allen anderen, die von Anfang an das Projekt mitgetragen und unterstützt hätten: Das Hessische Sozialministerium, die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper, der Landeswohlfahrtsverband, die Aktion Mensch, die Stadt Lorch, allen voran Bürgermeister Helbing, sowie die Architektei Mey.

 

Nach der offiziellen Eröffnung in Anwesenheit von Bewohnern, Angehörigen und weiteren Gästen segnete Pfarrer Fischer die Bewohner und Haus Martin. Nach einem Imbiss nahmen die Bewohner und Gäste an der Eröffnung der Martinsfeier in der Kirche sowie am Martinsfeuer auf der Lohwiese teil. „Ein weiteres Zeichen, dass wir in Lorch angekommen sind", freute sich Dr. Caspar Söling. Zeitgleich konnten Interessierte beim ‚Tag der offenen Tür‘ Haus Martin besichtigen.

 

 

Zum Hintergrund:

In Haus Martin in Lorch wohnen seit Frühjahr 2018 24 Erwachsene mit Beeinträchtigung. Neben zwei Wohngemeinschaften für jeweils zwölf Bewohner sowie einem Kurzzeitplatz beherbergt das zweistöckige Gebäude auch Räume für die Gestaltung des Tages für 16 Personen.

 

Das Haus inkl. Inneneinrichtung und Ausstattung kostete rund 4,1 Millionen Euro und wurde mit Mitteln des Landeswohlfahrtsverbandes, des Hessischen Sozialministeriums, der Aktion Mensch sowie der Josefs Gesellschaft e.V. finanziert.

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